Was passiert bei einer Clownsvisite

Der wissenschaftliche Hintergrund

Die innere Haltung eines Clowns ist eine lebensbejahende Einstellung, Respekt gegenüber allen Lebewesen, das Einnehmen einer wohlwollenden Grundhaltung und Empathiefähigkeit. Der Clown schafft eine angenehme und heitere Atmosphäre schaffen und nimmt wahr, welches Bedürfnis sein Gegenüber hat. Dem entsptrechen sorgt er für Entspannung und Entlastung, Aktivierung und Mobilisierung, spendet Trost und vermittelt Geborgenheit. Immer im Vordergrund steht die Achtung der Würde des alten Menschen und die Stärkung des Selbstwertgefühls.

 

Die Clownarbeit wird nach der sogenannten Geh-Struktur durchgeführt, der Clown kommt von sich aus zu den Menschen. Das Angebot ist demnach niederschwellig. Ein Clown muss zu allererst Beziehungsarbeit leisten, sich also zunächst um eine positive Beziehung bemühen. Ohne eine Vertrauensbasis kann keinerlei konstruktive Arbeit geleistet werden. Deshalb ist die Sensibilität des Clowns sehr wichtig, um sich gut in das Gegenüber einfühlen zu können.

 

Gearbeitet wird ohne Erwartungen, ohne (Zeit-)Druck und auf gleicher Augenhöhe. Es wird individuell auf die alten Menschen und deren Bedürfnisse eingegangen. Ihre subjektive Realität wird nicht korrigiert, sondern als gültig erklärt, sie werden ernst genommen und ihr Anliegen wird verstanden. Der Zugang erfolgt im Sinne der Validation über ihre Gefühle.

 

Ob in körperlicher oder geistiger Hinsicht, der Clown will aktivieren. Dabei handelt er lebensweltorientiert, das heißt er fördert Potenziale und stärkt Ressourcen und passt seine Verhaltensweisen auf jedes seiner Gegenüber individuell an. Eine verantwortungsvoll durchgeführte Clownsarbeit beinhaltet den angemessenen Umgang in verschiedensten Situationen, die Aufrechterhaltung einer humorvollen und postiven Grundhaltung sowie eine professionelle Distanz.

 

Der Besuch eins Clowns in einem Pflegeheims kann die Lebensqualtiät des alten Menschen verbessern und zu einer optimistischeren Lebenseinstellung führen. Angespannte Situationen können damit gelockert und Beklemmungs-, Beschämungs- sowie Angstgefühle gelöst werden, herausforderndes Verhalten kann sich verringern und das Interesse an der Umwelt erhöhen.

 

Lachen und Humor sind ein bedeutsamer psychologischer Entlastungsmechanismus und helfen somit die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden zu wahren. Auch kann Humor die Integration von Beeinträchtigungen ins Leben erleichtern und schwere Zeiten können durch den Einsatz von humorvoller Intervention erträglicher erscheinen. Denn die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, bedeutet gleichzeitig, sich als Mensch trotz seiner Schwächen wertzuschätzen und sich nicht in einer Opferrolle zu verlieren. Zudem ist Humor ein wichtiges Kommunikationsmittel, das Verbindungen schafft, Barrieren löst und das Knüpfen von Kontakten erleichtert.

 

Clowns können Menschen erreichen, die sonst kaum mehr zu erreichen sind.  Wenn die Clownin Erna zu Besuch kommt, darf man zwar keine Wunder erwarten, aber manchmal geschehen sie...